Ins „Verlieren investieren“? Klingt doch verrückt, oder? Aber genau davon hat Cheng Man-Ch’ing, der „Erfinder“ der Kurzform gesprochen.
Wie ist das zu erklären?
Näher kommt man dem Gedanken, wenn man das Bild des Wassers betrachtet. Wasser weicht bei der kleinsten Bewegung oder Widerstand sofort aus (und verliert scheinbar) und doch ist es stark, wie kaum etwas.
Genau das üben wir in der Form und beim Kultivieren der Tai Chi Energie. Wir gehen aus unserer äußeren Kraft, lassen soweit, wie möglich los und begeben uns damit in unsere innere Kraft – wie Wasser – mit erstaunlichen Wirkungen.
Das erste Mal habe ich das bewusst erlebt, als ich mit meinem damals kleinen Sohn auf der Couch getobt habe und ihm spaßhalber gesagt habe, er möge doch mal in meine offene Hand boxen. Was dann passiert ist hat mich selbst und ihn auch völlig überrascht. Ich spürte wie der Impuls seiner kleinen Faust durch meinen Arm, Rumpf bis zum Tanden hindurch sauste und dann wieder zurückkam und ihn wiederum selbst traf (ohne ihm wehzutun). Faszinierend.
